Der Oberpfaffe und seine Jünger zu Hooligans: Neue Töne des Osservatore Romano

Links zum Thema:
Schwere Hooligan-Randale – „Das sind Barbaren!“ → Die Welt
Papst: Schläge ja, aber nur in Würde → DW
Fuck the Pope → Anti-Flag

Von Michael Schneider-Flagmeyer

Bislang waren wir von der Zeitung des Vatikans eine vornehm-zurückhaltende, wenn auch manchmal durchaus deutliche Sprache gewöhnt. Aber bei dem folgenden Ereignis legte der Osservatore Romano jede vornehme Zurückhaltung ab und drückte sich so drastisch aus, wie es noch nie zu vernehmen war.


Was war geschehen?
Zum Europa-League-Spiel von Feyenoord in den Niederlanden gegen AS Rom waren aus den Niederlanden 6500 Fans angereist, unter ihnen eine große Masse von Hooligans, die die römische Innenstadt verwüsteten unter anderem den berühmten frisch restaurierten Brunnen am Fuß der Spanischen Treppe, die Navicella, eines der schönsten Kunstwerke Berninis in der Ewigen Stadt. Die römische Polizei nahm zwei Dutzend der wüsten Randalierer fest, wobei 13 Polizisten verletzt wurden.
Die Vatikanzeitung sprach von “Gangstern” und “einer vom Bier benebelten Horde” und warf den Behörden vor, dass niemand rechtzeitg eingeschritten sei, obwohl die Krawalle vorhersehbar gewesen seien.
http://www.kath.net/news/49541
Die Bereitschaft der Hooligans zur Gewalt sei leicht an den “irrsinnigen Symbolen” ihrer Hooligan-Organisationen zur erkennen gewesen, hielt der Osservatore den römischen Behörden vor.
Eine Sprache die, wie wir meinen, durchaus angemessen ist, angesichts eines solchen Ereignisses, bei der die Behörden Roms offensichtlich geschlafen haben.
Trotzdem verwundert sie, weil so ungewohnt. Aber mit Papst Franziskus haben wir einen Pontifex, der eine überdeutliche Sprache führt und kein Blatt vor den Mund nimmt, wie aus seinen täglichen Ansprachen in der Kapelle des Gästehauses Santa Marta hervorgeht. Sie sind jeden Tag als “Franziskusperlen” auf der größten deutschsprachigen Webseite kath.net nachzulesen. Verwundert über diese drastische Sprache der Vatikanzeitung können nur die sein, die gerade bei uns in Deutschland päpstliche Ansprachen gerne ignorieren. Und das ist ein Großteil der Amtskirche, von der wir uns öfter eine ähnlich klare und deutliche Sprache wünschen, wie sie jetzt aus Rom kommt statt der angepassten Zeitgeistsprache und ihrer langweiligen Inhalte der offiziellen deutschen katholischen Internetseite.

Quelle: http://blog.forum-deutscher-katholiken.de, 21. Februar 2015

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