Austria-Hooligans vor Gericht: Scharfe Kritik an Staatsanwaltschaft

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Rund 40 Rechtsradikale sollen Räumlichkeiten des türkischen Migrantenvereins ATIGF überfallen haben.Rund 40 Rechtsradikale sollen Räumlichkeiten des türkischen Migrantenvereins ATIGF überfallen haben. – © APA

Im Oktober sollen Austria-Hooligans des Fanklubs „Unsterblich Wien“ das Ernst-Kirchweger-Haus in Favoriten überfallen haben. Am Donnerstag wird der Prozess fortgesetzt. Mitglieder der kommunistischen Gewerkschaft KOMintern üben nun scharfe Kritik an der Staatsanwaltschaft.

Die Staatsanwaltschaft würde nur den Überfall selbst beleuchten, aber nicht die durch die Angreifer verursachten „rassistischen Vorfälle“. Außerdem betreibe die Staatsanwaltschaft eine Täter-Opfer Umkehr.

Austria-Hooligans überfielen Ernst-Kirchweger-Haus

Bei dem Prozess, der am Donnerstag fortgesetzt wird, müssen sich sieben Hooligans, die dem mittlerweile offiziell verbotenen Austria Wien-Fanklub „Unsterblich Wien“ angehören sollen, wegen Hausfriedensbruchs verantworten, einer von ihnen zusätzlich wegen schwerer Körperverletzung. Er soll am 27. Oktober 2013 einem Funktionär der kommunistischen Gewerkschaft KOMintern im Stiegenhaus des EKH zwei Faustschläge versetzt haben.

Selma Schacht von der KOMintern kritisierte bei der Pressekonferenz am Dienstag wie schon vor Prozessauftakt im September, dass Staatsanwalt Hans-Peter Kronawetter keinen Verdacht im Sinne des Verbotsgesetzes erhoben hat, sondern den Betroffenen nur Hausfriedensbruch und Körperverletzung zur Last legt. Die Angreifer hätten aber rassistische Parolen gerufen und auch den Hitlergruß getätigt. Man habe an den bisherigen Prozesstagen auch entsprechendes Beweismaterial vorgelegt, dies sei aber von der Justiz nicht aufgenommen worden.

Gewerkschafter auf der Anklagebank

Auf der Anklagebank befinden sich auch zwei KOMintern-Gewerkschafter. Sie sollen – nachdem man die Eindringlinge aus dem EKH vertrieben hatte – den Hooligans mit anderen Gesinnungsgenossen nachgelaufen sein und jenen Fußball-Fan, der zuvor ihren Kollegen attackiert hatte, mit einem Besenstiel und einem Wischmopp angegriffen haben.

Die KOMintern-Gewerkschafter sehen hier den „Versuch einer Täter-Opfer-Umkehr“ durch die Staatsanwaltschaft: Kronawetter habe sich im bisherigen Prozess hauptsächlich der Frage gewidmet, „warum die Täter überhaupt von uns gestellt und der Polizei übergeben wurden“. Der Prozess tendiere dazu, „dass eine offen rechtsradikale Attacke offenbar unbestraft bleibt“, so Schacht.

(APA/Red)

Quelle: vienna.at, 03. März 2015

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