Zur BILD-Kampagne: Nachtrag Heimspiel Hoffenheim

Von Ultraszene Mainz 2001

Gude 05er,

aus aktuellem Anlass bezüglich der ganzen Diskussionen, möchten wir euch nochmal einen Text aus der aktuellen Blockbildung ans Herz legen.

„Wir helfen“. BILD dir deine Meinung!

Logo "Refugees Welcome"

Es ist Donnerstagabend. Heute hat Mainz 05 auf seiner Homepage bekannt gegeben, dass man „die Aktion der Bundesliga und ihrer Partner Hermes und der Bild-Zeitung zu Gunsten der Flüchtlinge bzw. zur Schaffung einer Willkommenskultur unterstützen und auf dem Trikotärmel ein Logo mit dem Schriftzug „Wir helfen“ #refugeeswelcome tragen“ werde.
Der Verein versteht das als ein „wichtiges gemeinsames Signal“. Das ist es leider nicht. Vielmehr hat 05 einmal mehr die Möglichkeit verstreichen lassen, sich eindeutig zu verteidigen und die eigenen Werte gegenüber den Wortführern der öffentlichen Meinungsbildung zu vertreten.


Aber der Reihe nach. Ende August rief die Bild-Zeitung die Aktion „Wir helfen“ ins Leben. In diesem Rahmen wolle man Spenden sammeln, über Hilfsaktionen für Flüchtlinge berichten und das Logo der Aktion in den sozialen Netzwerken verbreiten, um zu zeigen, „dass Deutschland ein Herz hat für Menschen, die Hilfe brauchen“.
Schnell scharrte die Initiative einige namenhafte Politiker um sich, darunter der Vater der Working-Class, Sigmar Gabriel und die Mutter der Rüstung, Ursula von der Leyen.
Weitere Unterstützer, wie E.on, Siemens, Bahlsen, Mercedes oder C&A kommen aus der Wirtschaft, andere aus der Unterhaltungsbranche, etwa ein Fernsehkoch oder ein B-Promi.
Vor ein paar Tagen verkündete die DFL dann nicht ohne Stolz, dass sich nun auch der Profifußball „im Sinne der Flüchtlingsintegration engagieren“ wolle und daher das Logo der „Wir helfen“-Aktion auf den Trikots platziert werde.
Soweit die Fakten.
Bevor ich im Anschluss mein vernichtendes Urteil über die Aktion ausführen werde, will ich der werten Leserschaft zunächst einige beispielhafte Bild-Schlagzeilen der letzten Jahre präsentieren, mit deren Hilfe man sich den Geist des Springer-Verlags wunderbar ins Gedächtnis rufen kann:
„Sanitäter tragen Schutzwesten aus Angst vor Attacken im Asyl-Hotel“ (September 2014), „Rentner raus, Flüchtlinge rein“ (März 2014), „Wenn Multi-Kulti zum Irrsinn wird“, „Deutsche Lehrerin von Moslems weggemobbt“ (beide Oktober 2010), „Bundesrepublik Absurdistan – So schlecht funktioniert Integration in Deutschland“, „Diese Sätze muss man sagen dürfen, weil…“ (beide September 2010), „Die Asylabzocker“, „Hier wohnt Bremens schlimmste Asyl- Familie“ (beide März 2004).
Inhaltlich ist das alles natürlich ziemlicher Rotz, wie man unschwer erkennen kann und wie es auch niemanden überraschen dürfte. Überraschend scheint da schon eher die plötzliche Kehrtwende des Boulevard-Blattes.
Im Zuge der „Wir helfen“-Aktion ist nämlich plötzlich die Rede von einem „Zeichen der Menschlichkeit“ gegen „Schreihälse und Fremdenhasser“.
Ich finde das merkwürdig, denn es dürfte wohl niemand widersprechen, dass die Bild ein „Schreihals“ ist. Und das mit dem „Fremdenhasser“ war auch immer recht naheliegend, schließlich bewegte sich die Zeitung auch gerne mal auf Pegida-Niveau, etwa mit: „Ausländer, die sich nicht an unsere Gesetze halten, haben hier nichts zu suchen“, „Zu viele junge Ausländer sind kriminell“, „Nicht wir müssen uns den Ausländern anpassen, sondern sie sich uns“. Gepaart mit: „Kinderschänder gehören für immer weggesperrt“, fühle ich mich durch dieses Gewäsch schon sehr an die NPD erinnert.
Naja, dass die Bild ein reaktionäres und unseriöses Schmierblatt ist (Mir wären noch weit mehr Adjektive eingefallen…), muss wohl nicht weiter ausgeführt werden.
Dementsprechend liegt auch auf der Hand, dass die „Wir helfen“-Aktion scheinheiliger und heuchlerischer nicht sein könnte. Denn man muss kein Marketing-Experte sein, um einschätzen zu können, dass der Springer-Verlag mit diesem Schachzug keinen Akt der Nächstenliebe vollbracht, sondern lediglich Anschluss an den öffentlichen Konsens gesucht und sich öffentlichkeitswirksam in Szene gesetzt hat.
PR-Tricks dieser Art lernt man vor allem in der Politik zu beherrschen, wie Sigmar Gabriel jüngst demonstrierte: Trotz gegenteiliger Versprechungen genehmigte der feiste Vorsitzende der SPD doppelt so viel Waffenexporte wie letztes Jahr, profiliert sich aber im Zuge der Flüchtlings-Debatte mit erhobenem Zeigefinger als Menschenfreund.
Zurück zum eigentlichen Thema, der „Wir helfen“-Geschichte.
Dass sie bloß ein Marketing-Gag ist, kann man nicht verkennen. Dass auch das Verhalten der DFL bloß als Lippenbekenntnis zu werten ist, erkennt man umso leichter, weil der Verband selbst eigentlich gar nichts mit der Spieltags-Aktion zu tun hat, denn sie ist bloß eine Vereinbarung zwischen der Bild und einem Paketzusteller, der auf seine Werbefläche verzichtet.
Es gäbe also gute Gründe, sich von der Bild zu distanzieren und ihr den Wendehals umzudrehen. Doch das größte Problem von „Wir helfen“ liegt nicht in der Heuchelei, sondern in der Kampagne selbst. In dem ihr zugrundeliegenden Ansatz und der durch sie suggerierten Mentalität. Um diese herauszuarbeiten, muss ich etwas ausholen:

Das Entscheidende ist nämlich nicht, dass die Bild selbst ein „Schreihals und Fremdenhasser“ ist, sondern dass sie durch ihre tendenziöse Berichterstattung eben jene „Schreihälse und Fremdenhasser“ bestärkte, die sie nun verleumdet. Jene speisen ihr Weltbild nämlich auch aus der Bild, wenn sie etwa die oben zitierten Sätze im September 2010 mit Fakten zu belegen versucht. In entsprechenden Kreisen werden solche Artikel als der „Mut zur Wahrheit“ gelobt, dabei ist die Wahrheit der Bild ebenso egal wie ihren Lesern.
So erkennt man anhand veröffentlichter Leserbriefe schon Jahre vor der ersten Pegida-Demo, wohin die Reise geht:
„Sie (Die Bild) heben sich wohltuend von den Beschimpfungen Sarrazins … ab. Nennen Sie weiterhin die Gesinnungswächter beim Namen, die gar nicht mehr wissen, wie die Mehrheit des Volkes denkt.“ Ein anderer bringt es auf den Punkt: „Wir sind das Volk“.
Die Bild stößt die Stammtischparolen und das dumme Geschwätz der besorgten Bürger
gleichermaßen an, wie sie es auch reproduziert. Es werden rassistische Ressentiments in die Mitte der Gesellschaft transportiert, in Wechselwirkung dann versucht, die „Stimmung des Volkes“ aufzunehmen, zu beschreiben und mit Scheinargumenten zu befeuern.
Es wäre zwar zu plump, das Printmedium deshalb als die Mutter des Gedankens zu betrachten, zumindest aber wird man es mitverantwortlich machen können für die Eskalation der rassistischen Gewalt und Hetze.
Das beste Beispiel dafür ist wohl Griechenland. „Verkauft doch eure Inseln, ihr Pleite-Griechen!“ (Oktober 2010), „Warum zahlen wir den Griechen ihre Luxus-Renten?“ (April 2010). Diese Schlagzeilen kann man schlicht und ergreifend nicht mehr als Journalismus anerkennen, denn es geht dabei nicht um Fakten, sondern um Ideologie.
Und zwar die Ideologie der eigenen Überlegenheit, die sich gerade im Bezug auf die Krise in Griechenland im öffentlichen Meinungsbild durchsetzte und sowohl von Politikern als auch anderen Medien suggerierte wurde. (Beispiel Fokus-Cover: „Unsere Griechen – Annäherung an ein seltsames Volk“, Juli 2015.)
Die Vorstellung des erhabenen Deutschlands und seiner moralischen Überlegenheit wurde dabei wie vom Springer-Verlag in platter Hetz-Rhetorik geäußert oder aber etwas subtiler, zum Beispiel durch die viel zitierte Forderung, „die Griechen“ sollten „ihre Hausaufgaben machen“.
Und in genau jene Kerbe schlägt auch die „Wir helfen“-Aktion, wie eigentlich unschwer zu erkennen ist, wenn man sich die Beschreibung der Kampagne genauer durchliest:
„Wir wollen zeigen, dass Deutschland ein Herz hat für Menschen, die Hilfe brauchen!“, heißt es dort und damit sind wir am entscheidenden Punkt: Die Bild will nicht helfen, sie will zeigen, dass geholfen wird. Will zeigen „dass Schreihälse und Fremdenhasser NICHT in unserem Namen grölen!“
In wessen Namen? In deutschem Namen natürlich! Also geht es plötzlich weder um Flüchtlinge, noch um die Fremdenhasser – es geht um den deutschen Namen.
So werden die geistigen Kinder der eigenen Meinungsmaschine abgestoßen und gehören nicht mehr zu Deutschland. Ein Problem wird auf diese Weise nicht ignoriert, sondern überfärbt. Der Nationalismus bekommt quasi einen neuen Anstrich.
Gnade, Mitgefühl und Großzügigkeit werden mit großem Brimborium zu den neuen deutschen Tugenden verklärt und Humanität mit nationaler Identität verknüpft.
Vor diesem Hintergrund ist es auch einleuchtend, dass die Bild im Zuge der Kampagne nicht etwa über Flüchtlinge, ihre Leiden und Schicksale berichtet, sondern über die Hilfsaktionen der Deutschen, die sich auf die Schulter klopfen können für ihr Engagement.

„Wir sind Papst!“, „Wir sind Weltmeister“… „Wir helfen“. Die Deutschen, die machen ihre Hausaufgaben.
Bei „Wir helfen“ geht es nicht um helfen, sondern um wir. Die Aktion dient also wieder nur dem Selbstbild der moralischen Autorität, dem Gefühl der Überlegenheit, dem mahnenden Zeigefinger, den man nun erheben darf: Wenn es doch nur alle so machen würden wie „wir“ Deutschen.
Leider wird eine Willkommenskultur nicht geschaffen durch bunte Bildchen auf dem Ärmel, sondern durch konkrete, pragmatische Unterstützung, offene Miteinbeziehung auf der einen Seite und durch politische Auseinandersetzung mit Ursachen für Flucht auf der Anderen.
Willkommenskultur zu schaffen heißt, ein Klima zu schaffen, in dem es nicht um uns geht, in dem es nicht um „wir“ geht. Es geht um den Mensch.
Eine Willkommenskultur hingegen, die selbstbezogen und egozentrisch ausgeprägt ist, wird nur zu Unverständnis führen. Wenn „wir“ „denen“ nämlich helfen, erweckt das die Erwartung, dass „die“ „uns“ dankbar sein müssten. Diese These ist auch nicht sonderlich weit hergeholt, bedenkt man, dass wir „Hilfe“ und „Dank“ im Kopf logisch miteinander verknüpft haben. Ich persönlich glaube nicht mal, dass die Bild überhaupt vermeiden wollte, dass die Forderung nach Dankbarkeit im Subtext der Initiative mitschwingt.
Diese Dankbarkeit wird eingefordert werden von denjenigen, die das Glück haben, hier bleiben zu dürfen. Und wenn die Bild in Zukunft dann mal wieder das Thema der „kriminellen Ausländer“ für sich entdeckt, kann sie das Repertoire ihrer Polemik erweitern und das Bild kreieren von undankbaren Flüchtlingen, die sich erst helfen ließen und jetzt im Park Drogen verkaufen. An Diskriminierung kann es ja nicht liegen, dass die Menschen nicht integriert sind – schließlich hat Deutschland ja gezeigt, wie hilfsbereit und solidarisch es ist. Damit beißt sich die Katze selbst in den Schwanz und gesellschaftliche Realität wird vollends verklärt.
Abgesehen davon wollen die Menschen, die nach Deutschland kommen, keine Hilfe, sondern die Möglichkeit, sich eine eigenständige Existenz aufzubauen.

„Wir helfen“ stört also nicht nur deshalb, weil es schwer fällt, die Doppelmoral auszublenden. Denn obwohl Doppelmoral zu Recht verpönt ist – mir ist es lieber, jemand widerspricht sich gelegentlich selbst, als dass er dauerhaft auf seinem dummen Standpunkt verharrt.
Das gespendete Geld der Konzerne zum Beispiel dient natürlich eher dem Image als einem Selbstzweck. Das mag kritikwürdig sein, ist in jedem Fall aber unproblematisch, denn wenn sich ein geflüchteter Mensch nach Wochen und Monaten der Entbehrung endlich in ein Bett fallen lassen kann, wird er nicht danach fragen, wer nun warum dieses Bett bezahlt hat.
Im Falle der „Wir helfen“-Aktion verhält es sich allerdings so, dass die öffentliche Inszenierung des karitativen Einsatzes der Konzerne eingebettet ist in verkürzte Ansätze der Problemlösung und eine selbstgerechte Selbstwahrnehmung.

Gerade mit Hinweis darauf, dass die Kampagne sich weniger der Flucht und ihren Ursachen widmet als dem Rühmen des deutschen Engagements, erscheint die Beteiligung der hiesigen Industrie geradezu bizarr.
Die Wirtschaft schmückt sich nämlich damit, Menschen zu helfen, deren Probleme man durch seine globale Verantwortungslosigkeit (mit-)verursacht. Die deutsche Industrie verkauft Motoren, die Panzer zum Rollen bringen, schlägt Kapital aus sklavenähnlichen Arbeitsverhältnissen, nimmt Hunger und Not bei ihren Spekulationen billigend in Kauf. Und exportiert natürlich Waffen. Fehlt also nur noch, dass Heckler&Koch sich der „Wir helfen“-Aktion anschließt.
Damit hat die Bild nämlich eine Öffentlichkeit geschaffen, in der jeder Großkonzern sich als barmherziger St.Martin darstellen und aufspringen darf auf die Solidaritätswelle des großen, gütigen Deutschlands. Aus dieser fehlgeleiteten Herangehensweise folgt eine verzerrte Wahrnehmung der gesamten Flüchtlingsproblematik, vor allem ihrer Hintergründe.
Ja, das große, gütige Deutschland gibt dem Humpelnden einen Krückstock. Dafür lässt es sich feiern und ist anschließend so besoffen, dass es vergisst, dass der Humpelnde früher mal laufen konnte. Doch anstatt sich darüber den Kopf zu zerbrechen oder wenigstens die Wunde zu versorgen, schießt Deutschland dem Nächsten ins Knie und drückt ihm mit gönnerhaftem Lächeln eine Krücke in die Hand.

Das war vielleicht etwas zu viel der Polemik, aber Fakt ist doch, dass Aktionen á la „Wir helfen“ politische, wirtschaftliche und strukturelle Missstände völlig außen vor lassen. Wie auch die Wirtschaft hat westliche Politik diese Missstände mit zu verantworten (etwa durch den Irak-Krieg) und profitiert von ihnen, ihre Behebung wäre unabdingbar, soll es nicht zu weiteren und neuen erheblichen Problemen und humanitären Katastrophen kommen.
Doch soweit führt die Flüchtlingsdebatte längst nicht, geschweige denn im Rahmen der Bild-Initiative. Es geht immer nur um uns. Nie um die Hintergründe und das Leiden und Sterben. Die Flüchtlingskrise ist ein Symptom! Ein Symptom, dessen Ursachen Krieg, Hunger und Armut sind. Nun muss doch zumindest diskutiert werden, inwiefern Deutschland dafür wiederum ursächlich ist! Es brauch strukturelle Veränderung und Verbesserung!
Stattdessen bedient man sich einfacher Lösungen und will gönnerhaft teilen mit Geflüchteten, anstatt die Gesellschaft mit ihnen gemeinsam weiterzuentwickeln. Natürlich müssen wir helfen, aber wie wollen wir es tun?
Im Geiste einer nationalen Identität, die sich gegenüber des braunen Mobs gern als Helfer sieht? Oder im Geiste einer emanzipierten Gesellschaft, die echte Teilhabe ganz selbstverständlich ermöglicht?
Leider hat Mainz 05 sich vor den stinkenden Karren der Bild spannen lassen und sich auch noch positiv zur Aktion geäußert, wobei unsern Strutze Harald als DFL-Vize sich einen Boykott „seines“ Klubs wohl nicht hätte leisten können.
Respektabel ist in jedem Fall die Reaktion vom FC Sankt Pauli, der bereits zwei Tage nach Ankündigung des Aktion-Spieltags bekannt gab, sich ihm nicht anzuschließen.
Das darauf folgende Facebook-Gepolter von Bild-Chef Kai Diekmann dürfte jeder mitbekommen haben. Diese Äußerungen waren so dermaßen strunzdumm, dass ich mich weigere, sie zu kommentieren. Diese Äußerung war so unglaublich blöd, dass der FC Nürnberg und der VfL Bochum sie zum Anlass nahmen, die Bild-Aktion zu boykottieren, auch wenn sie sie an sich öffentlich begrüßten.
Lediglich Union Berlin und der SC Freiburg taten es den Hamburgern gleich und versagten der Initiative grundsätzlich ihre Unterstützung, ansonsten werden wohl alle Klubs mitziehen.
Somit wurden die Meinungen der Fans vielerorts mal wieder übergangen, in Düsseldorf traten die Fangruppen aus Protest aus einer Arbeitsgemeinschaft mit dem Verein aus.
Naja, aber wie sagte Mainz 05 so schön, als es seinen Senf zu dieser ekelhaften deutschen Bratwurst dazugegeben hat, um sie anschließend zu verschlingen (und hoffentlich Magenschmerzen zu bekommen):
„Der Wert des gemeinsamen Signals steht für uns über der aktuell geführten Diskussion“.
Das heißt so viel wie: Die Sache ist Wichtiger als der, der sie initiiert. Aber was für eine Sache? Es braucht kein Signal und schon gar keine Initiation. Es braucht echte Solidarität, echte Willkommenskultur!
Diese zu schaffen, bedeutet, ein reaktionäres Weltbild wie das der Bild endlich und gemeinschaftlich zu überwinden und somit Platz zu schaffen für eine solidarische Gemeinschaft, deren Werte auch nicht durch die Logik des Marktes gebrochen werden. Eine Gemeinschaft, die gesellschaftliche Probleme wie strukturellen Rassismus enttarnt und bekämpft, anstatt sich im Zuge einer Bild-Aktion dazu hinreißen zu lassen, solche Probleme als Auswuchs der Undankbarkeit von Flüchtlingen zu verklären. Genau dahin bewegen wir uns aber, wenn es einzig darum geht, dass „Wir“ helfen.
Wir müssen eine Solidargemeinschaft etablieren, die ohne Logo und ohne selbstbezogene Identitätsduselei funktioniert. Wo Helfen nichts weiter ist als selbstverständlich, wo Hilfe nicht von der Marketingabteilung ausgetüftelt wird. Und wo endlich die richtigen Fragen gestellt werden!
REFUGEES WELCOME – BILD FUCK OFF

Ultraszene Mainz 2001

Quelle: szene-mainz.de, 19. September 2015

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