Eigene Veröffentlichungen

In dieser Rubrik befinden sich längere Texte und Features von footballuprising sowie Interviews mit uns. Kürzere Blogbeiträge und Kommentare findet ihr in dieser Kategorie: Von.footballuprising

coverge3

Audio-Interview von Radio Corax

Das folgende Interview mit Ralf Heck zum Thema: „Zwischen Eigentor und Aufstand. Ultras in den gegenwärtigen Revolten“ wurde im Juli 2016 geführt.

Ultras kämpfen gegen die Kommerzialisierung des Fußballs und organisieren sich, um eine engere und dauerhafte Beziehung zwischen Fans und Vereinen herzustellen. In den letzten Jahren haben Ultras weltweit immer wieder in diversen Aufständen mitgemischt. Ralf Heck hat zu diesem Thema einen Text in der letzten Ausgabe der Zeitschrift „Kosmoprolet“ geschrieben. Wir haben mit ihm gesprochen und ihn zunächst gefragt, was Ultras sind und wo sie herkommen.

corax


Tod eines Fußballfans

Der folgende Artikel wurde im November 2015 von Dierek Skorupinski geschrieben und in Blickfang Ultra 38 veröffentlicht.

Textausschnitt: In Ostberlin bekamen sie es deshalb neben der Ostberliner Antifa und Leuten aus den besetzten Häusern auch mit organisierten linken Gruppen aus dem Westteil der Stadt zu tun. Besonders migrantische Jugendliche aus dem Umfeld der Antifa Gençlik und den mit ihr verbündeten Jugendgangs taten sich dabei hervor und zogen immer wieder zum Alex, um die BFC-Hools von dort zu vertreiben; dazu mussten sie auch schon mal die Grenzkontrollen am Grenzübergang Bornholmer Straße durchbrechen. Die staatlichen Strukturen der DDR existierten zwar noch, zerbröselten aber mehr und mehr. Die bewaffneten Organe standen dem ganzen Treiben hilflos gegenüber, und die Schüsse in Leipzig, die zum Tod von Mike Polley geführt haben, waren nicht der erste Einsatz von Schusswaffen gegen Hooligans in Leipzig.

Zum vollständigen Artikel: Tod eines Fußballfans

bfu38

 


Interview: Zwischen Rebellion und Affirmation, oder: Ultras sind politisch und auch wieder nicht

Das folgende Interview von Stefan Erhardt wurde Ende November 2015  mit Ralf Heck von footballuprising geführt und in Der tödliche Pass Heft 79 veröffentlicht.

Textausschnitt: Dennoch kann man vielleicht eine Tendenz bei den Ultras ausmachen: eine Verlagerung vom Spielgeschehen hin zur Zugehörigkeit zu einer rebellischen, internationalen Jugendbewegung. Diese Entwicklung hat man auch in Ägypten beobachten können. Nach dem Sturz Mubaraks strömten tausende desillusionierte junge Menschen in die Ultra-Gruppen. Vor allem die Ultras Ahlawy verzeichneten ab Mitte 2011 einen massiven Zuwachs. Diese jungen Studenten, Schüler, Straßenkinder und Marginalisierten aus den Slums sind sicherlich auch Fußballfans, aber in erster Linie waren sie vom sozialen Aufstand fasziniert und wollten Teil der Revolte sein. Diese Verschiebungen folgen jedoch keinem Automatismus und können in beide Richtungen vonstattengehen.

Zum vollständigen Interview: Zwischen Rebellion und Affirmation, oder: Ultras sind politisch und auch wieder nicht

derpass


Zwischen Eigentor und Aufstand – Ultras in den gegenwärtigen Revolten

Der folgende Text von Ralf Heck wurde im August 2015 in der Zeitschrift Kosmoprolet #4 publiziert und kann für 5€ hier bestellt werden und steht ab sofort online und auch als pdf zum kostenlosen Download bereit.

Der Artikel Zwischen Eigentor und Aufstand. Ultras in den gegenwärtigen Revolten setzt sich mit dem Phänomen der Beteiligung von Ultras an den derzeitigen Aufständen am Beispiel Ägyptens, der Türkei sowie der Ukraine auseinander. Außerdem bietet er einen historischen Überblick über die Herausbildung rebellischer Fanszenen (Hooligans in England / Ultras in Italien). Er hat einen Umfang von 46 Seiten.

  • Die Anfänge: Die Working Class und der Fußball
  • The English Disease: Abgehängt und geil auf Krawall
  • Prekäre Arbeiter, Schüler und unterbeschäftigte Intellektuelle: Ultras in Italien
  • Ultramythen. Gemeinsamkeiten und Grenzen
  • Ultras in Ägypten: Ein organisierter Teil des kämpfenden Surplus-Proletariats?
  • Istanbul United: Die Hippie-Hools vom Gezi-Park
  • Ukraine: Vom Maidan an die Front
  • Zum Spannungsverhältnis zwischen Eigentor und Aufstand

Bestellmodalitäten: Einzelexemplare gibt es bei Syndikat-A in Deutschland, sowie in verschiedenen Buch- und Infoläden zahlreicher Städte in Deutschland und der Schweiz. Wiederverkäufer bestellen unter kosmoprolet@gmx.de. Die genauen Lieferbedingungen für Sammelbestellungen könnt ihr hier erfahren.

kosmoprolet_4_cover


Interview: Lieder der Revolte

Das folgende Interview von Florian Nussdorfer wurde im August 2015  mit Ralf Heck von footballuprising geführt und auf fanzeit veröffentlicht.

Textausschnitt: Es gibt aber noch eine Reihe anderer Beispiele, bei denen Ultras ihren Teil zur Revolte beigetragen haben und die überhaupt nichts mit Militanz, Straßenschlachten und Barrikadenbau zu tun haben. Sowohl in der Türkei als auch in Ägypten waren sie an unzähligen Sprühaktionen rund um die besetzten Plätze beteiligt. Die Ultras Ahlawy und die Ultras White Knights waren zudem an der Aufrechterhaltung der Infrastruktur des Tahrir-Platzes beteiligt. Auch Çarşı war im Gezi-Park mit unzähligen Bannern und einigen Zelten vertreten. Darüber hinaus haben die organisierten Fußballfans in Istanbul sogar die ersten Nachbarschafts-Versammlungen einberufen, die sogenannten Parkforen. Aber den vielleicht wichtigsten Beitrag, den Ultras für die Bewegungen geleistet haben, ist, dass sie durch ihre Gesänge, durch leuchtende Bengalos und hüpfendes Fortbewegen für eine gute Stimmung auf den besetzten Plätzen und den Demonstrationen sorgten. Die Lieder der Ultras stifteten eine Einheit unter den Protestierenden und halfen ihnen die Angst vor einer brutal agierenden Polizei zu überwinden. In der Türkei wurden die Gesänge zum allgemeinen Liedgut der Revolte. In der ägyptischen Revolte wandelten sich die Gesänge der Ultras, die zuerst noch von der Liebe zu ihrem Verein handelten, sogar in allgemeine Protestlieder gegen staatliche Korruption, gegen die Macht der Militärs und Polizeibrutalität.

Zum vollständigen Interview: Lieder der Revolte

fanzeit


Radio-Feature: Die Hippie-Hools vom Gezi-Park
D 2015 –  footballuprising – 14 Min.

Das folgende Feature wurde im Juni 2015 – anlässlich des zweiten Jahrestags von Occupy Gezi – von Ralf Heck, James Steen und Bob Dilan für footballuprising produziert.


Zum Radio-Feature:
Die Hippie-Hools vom Gezi-Park

CIhsSkas


Die Hippie-Hools vom Gezi-Park

Der folgende Artikel wurde im November 2014 von Ralf Heck geschrieben und in Blickfang Ultra 34 veröffentlicht.

Textausschnitt: „Die Beşiktaş-Ultras haben die Revolte […] nicht initiiert, aber ihre Beteiligung trug entscheidend dazu bei, dass aus den Protesten ein Volksaufstand wurde.“ (Der Spiegel) Es scheint aber noch einen anderen gewichtigen Grund für die immensen Sympathien, die ihnen entgegengebracht werden, zu geben: Sie können singen – und dies lautstark und fantasievoll. Im Vergleich zum Italien der späten 70er ff. und der Türkei der 80er ff., wo es durchaus auch im staatlichen Interesse lag, die Wut in geordnete Bahnen und damit u.a. ins Fußballstadion zu lenken, und wo die rebellischen Fans die Widerstandslieder der Straße in den Kurven zu Zeiten eines gesellschaftlichen Niedergangs eher folklorisierten, können wir heutzutage einen gegenläufigen Trend beobachten: Die neue Kreativität und Wut aus den Kurven hält Einzug in die Protestbewegungen. Die von Çarşı komponierten, aber von allen Beteiligten der Proteste voller Inbrust geträllerten Lieder „Tränengas ole“ und „Los, sprüh dein Gas / Los, sprüh dein Gas / Wirf den Knüppel weg / Zieh den Helm aus / Zeig, dass du dich traust“, halfen den aufständischen jungen Männern und Frauen – viele von ihnen waren zum ersten mal in ihrem Leben auf einer Demo –, ihre Angst vor einer brutal agierenden Polizei zu überwinden.

Zum vollständigen Artikel: Die Hippie-Hools vom Gezi-Park

bfu34


Çarşı – Wir sind gegen Alles

Das folgende Interview mit Cem von Çarşı wurde am 12. Juni 2013 in Istanbul während des Gezi-Park-Aufstandes von Ralf Heck geführt und in Blickfang Ultra 29 veröffentlicht.

Textausschnitt: Dass es zu solch einer Volksbewegung in der Türkei kommt, war für mich auch sehr überraschend. Fast in jeder Stadt gab es Demonstrationen und selbstverständlich musste Çarşı auch dabei sein. Vor zwei Tagen hat Çarşı dann eine Demonstration von Beşiktaş zum Taksim-Platz organisiert. Dabei sind dann 150 000 Leute mitmarschiert. Das war riesig. Drei, vier Tage haben die Beşiktaş-Fans dann nicht mehr geschlafen und sich mit der Polizei angelegt. Sie sind ja trainiert und wissen, wie das geht. Dass sie dann in den nächtlichen Auseinandersetzungen eine Planierraupe gekapert haben, um damit gegen die Wasserwerfer vorzugehen, war schon legendär. Die linken Fans von Galatasaray und Fenerbahçe sind dann auch gekommen, um uns zu unterstützen. Dann gab es auf einmal Istanbul United.

Zum vollständigen Interview: Çarşı – Wir sind gegen Alles

bfu29

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.